4 Werkzeuge für eine erfolgreiche Kooperation im BGM [TEIL 2]

Im ersten Teil meiner BGM-Serie erfuhren Sie, warum Unternehmer zukünftig in BGM-Maßnahmen investieren müssen und wie Sie als Fitness-Experte von diesem Trend profitieren können.

Heute möchte ich Ihnen vier Werkzeuge vorstellen, die Ihnen helfen werden, erfolgreich Kooperationen mit Unternehmen einzugehen.

Werkzeug 1 – Das Gesundheitscoaching – aktives Barrieremanagement

Befragt man Unternehmer, die bereits Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung umgesetzt haben, hört man sehr oft, dass nur sehr wenige Arbeitnehmer die Angebote tatsächlich nutzen. Meist genau diejenigen, die bereits sehr bewusst mit ihrer Gesundheit umgehen. Die Arbeitnehmer, die erreicht werden sollen, bleiben oft passiv. Unter diesen Voraussetzungen wird die betriebliche Gesundheitsförderung den Erwartungen der Geschäftsführung nicht gerecht.

Mit Gesundheitscoachings  kann hier Abhilfe geleistet werden. In zielorientierten Coaching-Gesprächen von 30-60 Minuten Dauer werden die Mitarbeiter für das Thema Gesundheitsförderung sensibilisiert. Ziel dieser Coaching-Gespräche ist zuerst, dass der Coachee, also der Mitarbeiter, erkennt, dass er Adressat dieser Maßnahmen ist und sich auch aktiv daran beteiligen soll. Im zweiten Schritt soll die Nachhaltigkeit gesteigert werden. Dazu wird aktiv über Barrieren gesprochen, die den Mitarbeiter nach einer gewissen Zeit von der Teilnahme an einer Maßnahme abhalten könnten. Im Rahmen des Gesundheitscoachings entwickelt der Coachee Strategien, um die Barrieren zu umgehen. Das Coaching ist also eine ideales Hilfsmittel um viele Mitarbeiter für BGF-Maßnahmen zu erreichen.

Damit Sie erfolgreich Gesundheitscoachings durchführen können, benötigen Sie Kenntnisse im systemischen Coaching und über den Ablauf einer Coaching-Sitzung. Coaching ist keine Beratung, wie Sie es aus dem Studio-Alltag kennen. Im Coaching unterstützen Sie Ihre Klienten dabei, selbst auf die richtige Lösung für sich zu kommen.

Praxis-Tipp: Coaching ist keine Beratung! Im Coaching stellen Sie Fragen und unterstützen Ihren Coachee dabei, selbst auf die richtige Lösung für sich zu kommen.

Werkzeug 2 – Screening und Testung

Nach dem Gesundheitscoaching will  Ihr Klient aktiv werden. Diese Motivation nutzen Sie, um aussagekräftige Screenings und verschiedene Tests durchzuführen. Hier können Sie bewährte Methoden aus der Fitness-Beratung anwenden. Also zum Beispiel die Erfassung biometrischer Daten, der Durchführung von Kraft- und Beweglichkeitstests oder, in Kooperation mit einem Arzt,  die Erstellung eines Blutbildes.

Die Testung können Sie direkt an das Coaching anschließen. Gut organisiert und stringent durchgeführt werden Sie pro Mitarbeiter in 60 Minuten das Coaching und einen Test/Screen durchführen.

Praxis-Tipp. Für die Testung funktioneller Bewegungsmuster hat sich der FMS-Screen (Functional Movement Screen) bewährt. Als Krafttest für die Rumpfmuskulatur der Kraft-Test nach McGill.

Werkzeug 3 – Präventionskurs nach §20 SGB V

Wenn es um betriebliche Gesundheitsförderung geht, kommt von den Unternehmens-Verantwortlichen recht schnell die Nachfrage wie man die 500,00 € Steuerfreibetrag pro Jahr und Mitarbeiter nutzen kann. Um diese 500,00 € zu nutzen, muss die Maßnahme den Vorgaben des §20 SGB V entsprechen. Das heißt, ein Gruppenangebot nach einem von vier Präventionsprinzipien (Bewegung, Ernährung, Sucht, Stress) mit definiertem Anfang und Ende und einer geschlossenen Teilnehmergruppe. Der Kurs muss durch einen zertifizierten Kursleiter durchgeführt werden und es darf nicht, bzw. nur in sehr geringem Umfang, an Geräten trainiert werden.

Wenn Sie als BGF-Kooperationspartner einen, von der zentralen Prüfstelle Prävention geprüften und freigegebenen, Präventionskurs anbieten und durchführen können, haben Sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllt. Der Unternehmer kann dann noch selbst entscheiden, ob er selbst die Kosten für den Kurs übernimmt, zu teilen übernimmt oder ob der Mitarbeiter als Krankenversicherter den Kurs bezahlt und sich dann von seiner Krankenkasse einen Teil (z.B. 50%) der Kursgebühren wieder erstatten lässt. Hier gibt es einen breiten Gestaltungsspielraum.

Praxis-Tipp: Ein Präventionskurs ist der ideale Einstieg in die betriebliche Gesundheitsförderung. Da die Krankenkassen bis zu 80% der Kurskosten übernehmen. Hier bietet sich auch ein Vertriebsprojekt mit weiteren Partnern an. Mehr zum §20 Turbo hier.

Werkzeug 4 – betriebliches Gesundheitstraining  (BGT)- Das Kooperationsmodell für Fitness-Einrichtungen

Um den 500,00 € Steuerfreibetrag zu nutzen, müssen die Unternehmen zahlreiche Formalien beachten. In der Praxis sind diese Vorgaben oft schwer umzusetzen. Die Alternative ist ein Konzept zum betrieblichen Gesundheitstraining zu entwickeln. Die Basis hierzu sind die Ergebnisse aus den Tests & Screenings aus Werkzeug 2. Darüber hinaus findet beim BGT eine Besichtigung/Interview am Arbeitsplatz statt. Anhand der Ergebnisse dieser Analyse erstellen Sie für jeden Mitarbeiter ein individuelles Trainings-Programm. Dieses Training ist betriebsbedingt und beugt physischen beruflichen Erkrankungen vor. Das BGT wird vom Arbeitgeber bezahlt und ist für ihn eine Betriebsausgabe. Das Training kann in der Freizeit, während der Arbeitszeit oder als Mix stattfinden. Trainingsort ist Ihre Fitness-Einrichtung. Sie berichten, datenschutzkonform, monatlich an den Arbeitgeber und führen quartalsweise Re-Checks durch.

Praxis-Tipp: Das betriebliche Gesundheitstraining ist kein privates Training. Hier geht es primär darum, berufsbedingten körperlichen Belastungen entgegenzuwirken. Es spricht aber nichts dagegen, dass der Arbeitnehmer gegen private Zuzahlung auch andere Leistungen Ihrer Einrichtung, z.B. Sauna oder Kurse in Anspruch nehmen kann.

Im dritten Teil meiner BGM-Serie informiere ich über gute Strategien, um erfolgreich Firmen für BGF-Kooperationen zu gewinnen.

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Achim Barth