Zuschuss vom Staat!

Geförderte Beratung für Betreiber von Fitness- und Gesundheitsbetrieben

 Qualifizierte Beratungen werden staatlich mit bis zu 90% bezuschusst

 

Die Verantwortlichen von Fitness- und Gesundheitsstudios stehen häufig vor neuen Herausforderungen und strategischen unternehmerischen Entscheidungen, bei denen guter externer Rat hilfreich wäre.

 

Die Beratung durch einen qualifizierten Unternehmensberater hat natürlich ihren Preis. Allerdings gibt es mit dem Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ Zuschüsse zu den Beratungskosten.

 

Mit diesem Blog-Artikel zeige ich auf, wie hoch die Förderung ist, wie Freiberufler und Gewerbetreibende in der Fitnessbranche von dem Förderprogramm im Detail profitieren können und, wie die Antragstellung verläuft.

 

Was wird gefördert?

 

Professionelle Beratung verbessert die Erfolgschancen der Selbstständigkeit. Allerdings haben eine individuelle Betreuung und Expertenwissen auch ihren Preis. Gut, dass es Förderprogramme gibt, die die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen finanziell unterstützen. So ein Programm ist die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Das Programm bietet eine bundesweite Beratungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), wozu auch die Freien Berufe gehören. Zur Zielgruppe gehören junge, aber auch etablierte Unternehmen, die den nächsten unternehmerischen Schritt gehen wollen, sowie Unternehmen, die sich in akuten Schwierigkeiten befinden.

 

Das neue Programm zur bundesweiten Beratungsförderung  „Förderung unternehmerischen Know-hows“ besteht seit Anfang 2016 und ersetzt die frühere Programme, wie das Gründercoaching der KfW oder den Runden Tisch zur Krisenberatung.

 

Vorgründer sind grundsätzlich ausgenommen von der Förderung unternehmerischen Know-hows. Denn die Gründung muss bereits erfolgt sein, um einen Zuschuss zu bekommen.

 

Die Grafik fasst die Eckpunkte des Programms zur Förderung unternehmerischen Know-hows zusammen. Im Anschluss gehe ich auf die einzelnen Punkte ein.

 

 

 

Das Programm zur Förderung unternehmerischen Know-hows auf einen Blick:

 

 

Wer kann die Förderung beantragen?

 

Folgende Unternehmen mit Sitz in Deutschland können Zuschüsse für die Beratung durch einen gelisteten Unternehmensberater erhalten:

 

Junge Unternehmen, die noch nicht länger als zwei Jahre am Markt sind

Etablierte Unternehmen ab dem dritten Jahr der Geschäftstätigkeit

Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, unabhängig vom Alter

Freiberufler, die nicht selbst in der Unternehmensberatung tätig sind

 

Für die Bestimmung des Unternehmensalters wird die Gewerbeanmeldung bzw. der Handelsregistereintrag herangezogen. Bei Freiberuflern ist es der Zeitpunkt der Anmeldung beim Finanzamt.

 

Wer wird nicht gefördert?

 

Keine Zuschüsse aus dem Programm zur Förderung unternehmerischen Know-hows erhalten:

 

  • Unternehmen, die in einem Beteiligungsverhältnis zu Religionsgemeinschaften, juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder zu deren Eigenbetrieben stehen.
  • Auch Wirtschafts- oder Buchprüfer sowie Steuerberater sind ausgeschlossen, ebenso wie Rechtsanwälte, Notare oder Insolvenzverwalter.
  • Ebenfalls können gemeinnützige Vereine und Unternehmen, wie eine gGmbH, keine Leistung aus dem Programm Förderung unternehmerischen Know-hows beantragen.
  • Des Weiteren sind Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärerzeugung, der Fischerei und Aquakultur ausgeschlossen.

 

Höhe der Förderung für junge Studios bis zwei Jahre

 

Bei neu eröffneten Studios ist ein förderfähiges Beratungshonorar bis 4.000 Euro möglich. Diese dürfen allerdings nicht länger als zwei Jahre am Markt sein. Gründer aus den neuen Bundesländern (außer Berlin und Region Leipzig) erhalten einen Zuschuss von 80 %, tragen also nur 20 % der Beratungskosten selbst. Wer aus der Region Lüneburg stammt, kann auf einen Zuschuss von 60 % bauen. Für alle übrigen Gründer liegt die Förderhöhe bei 50 % des Honorars.

 

Beispiel: Bei einer Beratungsleistung von 4.000 Euro beträgt der Eigenanteil, den ein Gründer aus Hessen zahlen muss, 2.000 Euro (50 % Zuschuss). Ein Gründer aus Brandenburg muss nur 800 Euro als Eigenanteil leisten, da der Zuschuss zu den Beratungskosten 80 % beträgt.

 

Förderung für etablierte Fitness- und Gesundheits-Studios

 

Auch etablierte Fitness-und Gesundheitseinrichtungen ab dem dritten Jahr der Geschäftstätigkeit sowie Freiberufler fallen unter die Richtlinien des Programms und können die Förderung unternehmerischen Know-hows beantragen, sofern sie nicht selbst in der Unternehmensberatung tätig sind.

 

Für diese Gruppe ist eine Beratungsleistung von maximal 3.000 Euro förderfähig, ebenfalls aufgeteilt in Zuschüsse in Höhe von 80 %, 60 % und 50 % je nach Standort des Unternehmens.

 

Beispiel: Bei einer Beratungsleistung von 3.000 Euro beträgt der Eigenanteil, den ein Gründer aus Bayern zahlen muss, 1.500 Euro. Ein Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern muss einen Eigenanteil von lediglich 600 Euro leisten.

 

Bestandsunternehmen dürfen pro Beratungsschwerpunkt nicht mehr als fünf Tage in Anspruch nehmen, diese müssen allerdings nicht aufeinander folgen.

 

Als Obergrenze gilt die EU-Mittelstandsdefinition für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Mittlere Unternehmen dürfen max. 250 Mitarbeiter haben und höchstens 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder 43 Mio. Euro Bilanzsumme aufweisen.

 

Förderung für Unternehmen mit Schwierigkeiten

 

Auch Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden gefördert, ganz unabhängig vom Unternehmensalter. Allerdings darf noch keine Insolvenz angemeldet worden sein. Diese Unternehmen erhalten eine Beratungsförderung in Höhe von 90 %, unabhängig vom Unternehmenssitz. Das maximal förderfähige Honorar des Beraters darf bei 3.000 Euro liegen. Somit erhalten die Unternehmen einen Zuschuss von bis zu 2.700 Euro.

 

Wofür kann die Förderung eingesetzt werden?

 

Zur Förderung unternehmerischen Know-hows gehören alle wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Das thematische Spektrum, zu dem Gründer und Unternehmer sich beraten lassen können, ist also groß. Das kann die Suche nach Methoden zur Neuausrichtung des Geschäftsmodells auf eine andere Zielgruppe sein oder von Strategien zur Kundenakquise handeln. Auch die gemeinsame Erarbeitung eines ganzheitlichen Marketingkonzepts, die Einführung eines Qualitätsmanagements oder Konzepte aus dem Bereich Rehasport oder Prävention ist möglich. Solange es sich um wirtschaftliche, finanzielle, personelle oder organisatorische Aspekte der Unternehmensführung handelt, sind der Beratungsförderung kaum Grenzen gesetzt.

 

Einzig bei Rechts-, Versicherungs- und Steuerthemen werden Abstriche gemacht. Nicht gefördert werden demnach Beratungen, die sich schwerpunktmäßig um Rechts- oder Versicherungsfragen drehen. Auch Tätigkeiten der Steuerberatung werden nicht mit einem Zuschuss durch das Programm zur Förderung unternehmerischen Know-hows unterstützt.

 

Wen dürfen Sie sich als Berater aussuchen?

 

Unternehmen können nicht jeden Berater engagieren und auf einen Zuschuss hoffen. Damit die Beratung durch das Programm Förderung unternehmerischen Know-hows gefördert wird, muss der Berater beim BAFA registriert und gelistet sein. Allerdings ist diese Liste nicht öffentlich einseh- oder gar recherchierbar. Insofern sollten Gründer stets zunächst mit dem Berater klären, ob dieser beim BAFA gelistet ist und die Beratung somit auch bezuschusst werden kann. Achim Barth, Inhaber von BARTH Sportmanagement, ist als BAFA-Berater gelistet.

 

Ihr Weg zur Förderung

 

Wenn Sie als Studio-Betreiber nun eine geförderte Beratung über das Programm Förderung unternehmerischen Know-hows in Anspruch nehmen wollen, können Sie dies online auf der Plattform des BAFA beantragen. Der Antrag wird von einer sogenannten Leitstelle geprüft.

 

Als Leitstelle fungieren der DIHK, der Zentralverband des Deutschen Handwerks, die Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes, die Förderungsgesellschaft des BDS-DGV, die BBG Bundesbetriebsberatungsstelle sowie die Interhoga.

 

Start-ups bis zwei Jahre und Unternehmen in Schwierigkeiten, die eine Förderung unternehmerischen Know-hows beantragen möchten, müssen vor der Antragstellung aber noch ein Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner ihrer Wahl führen, den sie sich aus einer Liste der Regionalpartner bei den Leitstellen aussuchen können.

 

Studios, die noch keine drei Jahre auf dem Markt sind und Unternehmen mit Schwierigkeiten starten somit beim ersten Schritt, etablierte Betriebe können direkt bei Schritt fünf einsteigen.

 

  1. Liste der Regionalpartner bei einer Leitstelle, wie dem DIHK, anfordern
  2. Regionalen Ansprechpartner auswählen und Informationsgespräch vereinbaren
  3. Kostenfreies Informationsgespräch führen
  4. Erhalt einer schriftlichen Bestätigung vom Regionalpartner über das Gespräch
  5. Online-Antrag auf Förderung unternehmerischen Know-hows beim BAFA – Start-ups und Krisenunternehmen haben hierfür eine Frist von drei Monaten nach Ausstellung der Gesprächsbestätigung und müssen diese auch einreichen
  6. Leitstelle prüft Fördervoraussetzungen und versendet Schreiben mit unverbindlicher Ankündigung der Förderung
  7. Erhalt des Ankündigungsschreibens der Leitstelle abwarten
  8. Beratervertrag abschließen und Beratung beginnen
  9. Beratung innerhalb einer Dauer von maximal sechs Monaten ab Zugang des Informationsschreibens durchführen
  10. Rechnung für Beratungskosten begleichen (mindestens in Höhe des Eigenanteils)
  11. Elektronische Abrechnung gegenüber der Leitstelle

 

Es ist wichtig, die vorgegebene zeitliche Abfolge einzuhalten, da eine rückwirkende Förderung nicht möglich ist. Daraufhin sind allerdings noch weitere Formalitäten zu erfüllen. So muss innerhalb von sechs Monaten nach Erhalt des Schreibens der Leitstelle auch ein sogenannter Verwendungsnachweis über die Antragsplattform des BAFA eingereicht werden.

 

Alle Unternehmen können bis zur Ausschöpfung der jeweils maximal förderfähigen Beratungskosten pro Beratungsschwerpunkt mehrere Anträge auf eine Förderung unternehmerischen Know-hows stellen. Die jeweilige Fördermaßnahme muss aber als Einzelberatung durchgeführt werden. Seminare oder Workshops werden hier allerdings nicht berücksichtigt.

 

Für die Abrechnung der Beratung bei der Leitstelle sind das von Unternehmer und Berater unterschriebene Verwendungsnachweisformular, die unterschriebenen Formulare De-minimis-Erklärung und EU-KMU-Erklärung, das Bestätigungsschreiben der Leitstelle, der Beratungsbericht des Beraters, die Rechnung der Beratungsleistung sowie der Kontoauszug über die Zahlung des Honorars bzw. des Eigenanteils erforderlich.

 

Hinweis: Die Belege müssen fünf Jahre ab dem 31. Dezember des Jahres, in dem die Zuwendung ausgezahlt wurde, aufbewahrt werden. Zehn Jahre sind es für die De-minimis-Erklärung.

 

Der Verwendungsnachweis und die weiteren Unterlagen, wie der Beratungsbericht des Beraters, werden durch die Leitstelle geprüft und an das BAFA zur finalen Entscheidung auf Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses weitergeleitet.

 

Beratungskunden von BARTH-Sportmanagement werden beim Beantragungsprozess in allen genannten Punkten unterstützt.

 

Fazit: Darauf ist zu achten

 

Mit einer professionellen Beratung können Gründer und etablierte Unternehmer ihre Chancen auf den unternehmerischen Erfolg erhöhen bzw. festigen. Daher sollte jeder Gründer und Unternehmer eine solche Beratung in Erwägung ziehen. Damit diese auch genutzt werden kann, selbst wenn das Geld knapp ist, gibt es die Förderung unternehmerischen Know-hows, die Beratungsleistungen bezuschusst.

Start-ups und Unternehmen können je nach Firmensitz bis zu 80 % bezuschusst bekommen. Bei einer Unternehmenskrise ist ein Zuschuss bis 90 % möglich. Von der Förderung ausgeschlossen sind Wirtschafts- oder Buchprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte, Notare, Insolvenzverwalter sowie gemeinnützige Unternehmen.

Damit die Beratung durch das Programm Förderung unternehmerischen Know-hows gefördert wird, ist es nötig, dass der Berater beim BAFA gelistet ist. Somit sollten Gründer zuerst mit dem Berater klären, ob er registriert ist und die Beratung so auch bezuschusst werden kann.