Kooperationen mit Firmen zwecks Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Fachartikel von Achim Barth zum Thema BGM in der Fachzeitschrift body LIFE 12/2017

BGM Trends 2018

Der demografische Wandel vollzieht sich scheinbar unaufhaltsam. Die Auswirkungen spüren wir heute schon an vielen Stellen. Fragen Sie einmal einen Schreinermeister, wie schwierig sich die Suche nach Auszubildenden gestaltet, oder den Inhaber eines Elektrobetriebes, der gerne einen Elektro-Meister einstellen würde. Im Handwerk ist der demografische Wandel schon angekommen. Junge Leute kommen keine nach und ausgebildete Fachkräfte sind faktisch nicht auf dem Markt vorhanden. Eine Besserung dieser Situation lässt sich nicht erkennen. Auch große Unternehmen werden es zukünftig immer schwerer haben, geeignete Fachkräfte zu finden. Der bereits vor Jahren angekündigte „War of Talents“ ist heute bereits Realität.

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Ein Artikel in der Fellbacher Zeitung über die Einführung eines betrieblichen Gesundheistrainings für die Firma Schneider Bau in Oeffingen. Mit dem „Schneider-Fit“ Gesundheitsprogramm bringen wir Bernd Schneider und sein Team fit und gesund in die Zukunft. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie hier Fit und Gesund auf der Baustelle.

Bauarbeiter werden mit Kraft- und Ausdauersport fit gemacht

Bauarbeiter werden mit Kraft- und Ausdauersport fit gemacht – Artikel Mittwoch 14. Juni 2017

Bleiben auch Sie wettbewerbsfähig mit einem BGM Konzept von BARTH Sportmanagement. Mehr erfahren

In meinem 5-teiligen BLOG-Artikel über das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement für Fitness-Einrichtungen erfahren Betreiber und BGM-Verantwortliche Wissenswertes zu den Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement, betriebliche Gesundheitsförderung sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz.

1. Teil – Wieso soll ich als Betreiber einer Fitnesseinrichtung BGM-Maßnahmen in Unternehmen anbieten?
2. Teil – 4 Werkzeuge für eine erfolgreiche Kooperation im BGM
3. Teil – Wie akquiriere ich Firmen für BGM/BGF-Maßnahmen?
4. Teil – Betriebliches Gesundheitstraining – Überzeugen Sie Firmen mit Ihrer Kernkompetenz
5. Teil – Präventionskurse nach §20 – Ihr Einstieg in die betriebliche Gesundheitsförderung folgt

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und freue mich über Rückfragen und konstruktive Kritik. Für alle, die mehr über das wichtige Feld des betrieblichen Gesundheitsmanagements erfahren möchten, empfehle ich ausdrücklich den Besuch meines zweitägigen BGM-Seminars in Stuttgart.

Im dritten Teil erfuhren Sie, wie Sie Firmen als Kooperationspartner gewinnen können. Im nächsten Schritt geht es darum, die Entscheidungsträger in den Firmen von Ihrer Kernkompetenz zu überzeugen.

Fitness- und Gesundheitstraining -Die Basis Ihres Konzeptes

Aus meiner Sicht liegt die Kernkompetenz einer Fitness-Einrichtung in der Planung und Durchführung eines Fitness- bzw. Gesundheitstrainings nach aktuellem Stand der Trainingslehre.

In Kooperation mit einem Betrieb kommt hierzu noch das notwendige Wissen zur konzeptionellen Ausgestaltung eines Trainingsprogrammes hinzu. Hier sind besonders steuerliche Themen zu nennen, so sollten Sie das Firmen-Programm immer so gestalten, dass kein geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer entsteht – dies ist bei klassischen Firmen-Fitness-Programmen regelmäßig der Fall. Ihre Maßnahme soll immer Lösungen aufgrund individueller Belastungen des Beschäftigten aus dem Arbeitssystem geben.

Das heißt, das betriebliche Gesundheitstraining ist kein Selbstzweck, sondern dient ausschließlich dem Ziel, präventiv, den berufsbedingten Belastungen individuell durch gezieltes Training entgegenzuwirken.

Betriebliches Gesundheitstraining in 4 Phasen

Ein Konzept zum betrieblichen Gesundheitstraining (BGT) sollte daher immer in den 4 Phasen – Analyse, Planung , Durchführung und Wirksamkeitskontrolle aufgebaut sein. Sie sehen, auch hier kommt wieder der bekannte PDCA-Regelkreis aus dem Qualitätsmanagement zum Einsatz.

Phase 1- Analyse der berufsbedingten Belastungen

Die Analyse findet zunächst im Betrieb statt. Sie schauen sich das Arbeitsumfeld der betreffenden Person, bzw. Personengruppe an. Welche physische Belastungen treten am Arbeitsplatz allgemein auf. In dieser Phase ist es hilfreich, eng mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASI) zu kommunizieren. Die FASI hat im Normalfall Gefährdungsbeurteilungen für alle Arbeitsbereiche durchgeführt und kann Ihnen wertvolle Informationen für Ihre eigene Analyse geben.

Phase 2 – Planung des Programms

Nach der Analyse der berufsbedingten Belastungen planen Sie das Gesundheitsprogramm. Dies kann für eine individuelle Person geschehen (z.B. den Staplerfahrer) oder für eine Personengruppe (z.B. Programm für Beschäftigte im Büro). Die Planung enthält auch immer die allgemeine und individuelle Zieldefinition. Das heißt, was soll das Programm im allgemeinen bewirken und individuell auf die einzelne Person heruntergebrochen.

Basis Ihrer Planung sind die Ergebnisse der Analyse, welche Sie bewerten und entsprechende Maßnahmen ableiten. Inhalte des Programms sind:

Individueller Eingangscheck (Aufnahme der biometrischen Daten, Kraft- und Ausdauertest, Erfassung muskulärer Dysbalancen etc.) = Ermittlung der individuellen physischen Leistungsvoraussetzungen.

Trainingsplanung auf Basis der Ergebnisse der berufsbedingten Belastungen und der individuellen Leistungsvoraussetzungen sowie dem definierten Ziel, welches durch das betriebliche Gesundheitstraining erreicht werden soll.

Planung der Re-Checks um den Trainingsplan dem Leistungsfortschritt anzupassen und die Grundlage für ein Reporting zu schaffen.

Phase 3 Durchführung des Programms

Das Programm kann während der Arbeitszeit, während der Freizeit oder in einer Mischform stattfinden. Hier wird es von Betrieb zu Betrieb unterschiedliche Varianten geben. Wichtig ist nur, dass das Training in Ihrer Einrichtung stattfindet. Das betriebliche Gesundheitstraining ist ein individuelles Training an Kraft- und Ausdauergeräten. Für Maßnahmen im Betrieb verweise ich ausdrücklich auf den 5. Teil dieser Serie – Präventionskurse nach §20 SGB V.

In der Praxis bewährt hat sich die Vorgehensweise, dass das betriebliche Gesundheitstraining in der Freizeit der Arbeitnehmer stattfindet und die Kosten des BGT vollständig durch den Arbeitgeber übernommen werden.

Für ein effektives BGT ist es, aus Sicht des Unternehmens, zweckmäßig, mehrere Kooperationsstudios zu haben, damit die Beschäftigten, für sie günstig gelegene Einrichtungen wählen können.

Phase 4 – Wirksamkeitskontrolle

Bei der individuellen Planung wird durch die Re-Checks automatisch die Wirksamkeit des Trainingsprogramms ermittelt und in einem periodisierten Trainingsplan berücksichtigt. Das entspricht dem aktuellen Stand der Trainingslehre.

Beim Gesundheitstraining geht es aber auch darum, dem Arbeitgeber, der Auftraggeber dieser Maßnahme ist, ein Reporting zu geben. Der Arbeitgeber wünscht sich Informationen zu Trainingshäufigkeiten, Wirksamkeit des Trainings, Erreichung der definierten Ziele, u.ä.

Sollten die Ergebnisse beim Soll/IST-Abgleich nicht den Zielen entsprechen, können rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden, bzw. die Programm-Planung angepasst werden.

WICHTIG! Das Reporting muss immer Datenschutz-Konform ablaufen. Sobald personenbezogen Daten an den Arbeitgeber übermittelt werden, muss eine Einverständniserklärung vorliegen. Sprechen Sie sich am besten mit dem Datenschutz-Beauftragten des Unternehmens ab.

FAZIT: Das betriebliche Gesundheitstraining ist eine BGF-Maßnahme, die ziemlich genau Ihre Kernkompetenz als Studio-Betreiber abbildet. Bringen Sie also Ihr Expertenwissen in diesem Bereich ein. Dennoch ist es wichtig, die richtigen Ansprechpartner in den Betrieben zu kennen, um ein optimales Programm zu planen. Darüber hinaus müssen sie auch steuerliche und datenschutzrechtliche Aspekte bei der Programmplanung und Durchführung beachten.

Im fünften Teil dieser Serie informiere ich Sie über Präventionskurse nach §20 SGB V. Deren Einsatz in der betrieblichen Gesundheitsförderung, Chancen und Grenzen der Kurse und Voraussetzungen als Anbieter.

Achim Barth

Im ersten Teil meiner BGM-Serie erfuhren Sie, warum die Unternehmer zukünftig in BGM-Maßnahmen investieren müssen und wie Sie als Fitness-Experte von diesem Trend profitieren können. Im zweiten Teil gab ich Ihnen Praxis-Tipps bei der Umsetzung von Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Heute möchte ich Ihnen Möglichkeiten vorstellen, wie Sie als Betreiber einer Fitness-Einrichtung schrittweise Unternehmen als Partner für BGF-Maßnahmen gewinnen können.

Schritt 1 – Vorbereitung

Sie haben sich mit den theoretischen Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements befasst und wissen, was Betriebe benötigen, um erfolgreiches BGM zu betreiben.

Sie haben Ihre Kernkompetenz in der Erbringung von Dienstleistungen in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Daraus folgt, dass Sie Ihre Dienstleistungen auch genau für dieses Themenfeld anbieten.

Kommen Sie nicht in Versuchung, den Unternehmen die Einführung eines ganzheitliches Managementsystem anzubieten. Die Unternehmen sehen Sie als Experte für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dafür haben die Firmen einen Bedarf und genau hier müssen Sie passende Konzepte und Lösungen anbieten.

Überlegen Sie sich also, welche Werkzeuge (vgl. Teil 2 – 4 Werkzeuge) Sie anbieten können und machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie diese Werkzeuge, individualisiert auf Ihre Möglichkeiten, konzeptionell ausarbeiten können.

Sobald Ihr individuelles BGF-Konzept zu Papier gebracht ist, folgt der nächste Schritt…

Schritt 2 – Analyse der potentiellen Auftraggeber

Herzlichen Glückwunsch, wenn Sie zu Schritt 2 kommen, haben Sie sich schon ausführlich mit den theoretischen Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements befasst und mit Hilfe dieses Wissens eine BGF-Konzept-Schale entwickelt.

Im zweiten Schritt folgt die Analyse potentieller Auftraggeber. Mit Massenanschreiben und „hemdsärmeligen“ Anrufen in der Firmenzentrale werden Sie nicht erfolgreich, höchstens einmal zufällig einen Firmenpartner gewinnen.

Recherchieren Sie Unternehmen, die für eine Kooperation in Frage kommen und beschäftigen Sie sich intensiv mit jedem einzelnen Betrieb. Auf der Firmenwebsite, in sozialen Medien und in der Lokalpresse finden Sie oft wichtige Informationen, die Ihnen beim Erstkontakt helfen.

Fassen Sie Ihre Recherche-Ergebnisse zusammen und kombinieren Sie diese mit Ihrer BGF-Konzept-Schale zu einem individualisierten BGF-Konzept für den von Ihnen recherchierten Betrieb.

Möchten Sie zum Beispiel ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern gewinnen, wäre ein Präventionskurs nicht unbedingt erste Wahl Ihres BGF-Konzeptes; bei einem Unternehmen mit Bildschirmarbeitsplätzen und 300 Mitarbeitern kann ein Präventionskurs allerdings der ideale Einstieg sein.

Im 3. Schritt gilt zu klären, wem man den Konzept-Entwurf vorstellt.

Werkzeug 3 – Meine Ansprechpartner

Der richtige Ansprechpartner für betriebliches Gesundheitsmanagement muss ebenfalls recherchiert werden. In kleinen Unternehmen z.B. der Geschäftsführer bzw. Inhaber. Sehr oft liegt der Bereich BGM auch bei der Personalabteilung. In großen Unternehmen gibt es meist eine eigenständige BGM-Abteilung. Wenn dies der Fall ist, können Sie auch davon ausgehen, dass das BGM professionell umgesetzt wird.

Ebenfalls als Ansprechpartner fungieren können der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Firmen mit eigener BGM-Abteilung wissen im Regelfall, was sie benötigen. Sie kaufen Ihre Dienstleistung ein und erwarten eine professionelle Umsetzung. Hier müssen Sie normalerweise auch nicht mit einem BGF-Konzept brillieren, sondern mit Manpower zum Beispiel ein Präventions-Programm durchführen oder einen Beitrag zu einem Gesundheitstag leisten.

Bei kleineren Unternehmen, ohne BGM-Strukturen hilft Ihnen BGM-Basiswissen bei der nachhaltigen Akquise von Firmen. Hier macht es Sinn, Ihr Konzept aus Schritt 1 und 2 in den Gesprächen zu platzieren.

Wenn Sie einen Auftrag erhalten achten Sie aber darauf, dass Sie mit Ihrem Auftraggeber genaue Ziele definieren, an denen Sie sich messen lassen können. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihr Engagement in Frage gestellt wird, bzw. negativ beurteilt, weil z.B. nach Durchführung eines Rückenprogramms die Ausfallzeiten wegen Rückenbeschwerden nicht gesunken sind,….

Zusammenfassung – Die Vorbereitung macht es

Um Firmen als Kunden zu gewinnen, müssen Sie in Vorleistung gehen. Mit dem richtigen Konzept, recherchierten Informationen über Firma und Ansprechpartner und professioneller Präsentation Ihres Konzeptes werden Sie bei den Unternehmen Eindruck hinterlassen. Haben Sie den Fuß in der Tür, liegt es wiederrum an Ihnen – Die Qualität Ihrer Dienstleistung muss stimmen. Darüber erfahren Sie mehr im 4. Teil dieser Serie.

Achim Barth

Im ersten Teil meiner BGM-Serie erfuhren Sie, warum Unternehmer zukünftig in BGM-Maßnahmen investieren müssen und wie Sie als Fitness-Experte von diesem Trend profitieren können.

Heute möchte ich Ihnen vier Werkzeuge vorstellen, die Ihnen helfen werden, erfolgreich Kooperationen mit Unternehmen einzugehen.

Werkzeug 1 – Das Gesundheitscoaching – aktives Barrieremanagement

Befragt man Unternehmer, die bereits Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung umgesetzt haben, hört man sehr oft, dass nur sehr wenige Arbeitnehmer die Angebote tatsächlich nutzen. Meist genau diejenigen, die bereits sehr bewusst mit ihrer Gesundheit umgehen. Die Arbeitnehmer, die erreicht werden sollen, bleiben oft passiv. Unter diesen Voraussetzungen wird die betriebliche Gesundheitsförderung den Erwartungen der Geschäftsführung nicht gerecht.

Mit Gesundheitscoachings  kann hier Abhilfe geleistet werden. In zielorientierten Coaching-Gesprächen von 30-60 Minuten Dauer werden die Mitarbeiter für das Thema Gesundheitsförderung sensibilisiert. Ziel dieser Coaching-Gespräche ist zuerst, dass der Coachee, also der Mitarbeiter, erkennt, dass er Adressat dieser Maßnahmen ist und sich auch aktiv daran beteiligen soll. Im zweiten Schritt soll die Nachhaltigkeit gesteigert werden. Dazu wird aktiv über Barrieren gesprochen, die den Mitarbeiter nach einer gewissen Zeit von der Teilnahme an einer Maßnahme abhalten könnten. Im Rahmen des Gesundheitscoachings entwickelt der Coachee Strategien, um die Barrieren zu umgehen. Das Coaching ist also eine ideales Hilfsmittel um viele Mitarbeiter für BGF-Maßnahmen zu erreichen.

Damit Sie erfolgreich Gesundheitscoachings durchführen können, benötigen Sie Kenntnisse im systemischen Coaching und über den Ablauf einer Coaching-Sitzung. Coaching ist keine Beratung, wie Sie es aus dem Studio-Alltag kennen. Im Coaching unterstützen Sie Ihre Klienten dabei, selbst auf die richtige Lösung für sich zu kommen.

Praxis-Tipp: Coaching ist keine Beratung! Im Coaching stellen Sie Fragen und unterstützen Ihren Coachee dabei, selbst auf die richtige Lösung für sich zu kommen.

Werkzeug 2 – Screening und Testung

Nach dem Gesundheitscoaching will  Ihr Klient aktiv werden. Diese Motivation nutzen Sie, um aussagekräftige Screenings und verschiedene Tests durchzuführen. Hier können Sie bewährte Methoden aus der Fitness-Beratung anwenden. Also zum Beispiel die Erfassung biometrischer Daten, der Durchführung von Kraft- und Beweglichkeitstests oder, in Kooperation mit einem Arzt,  die Erstellung eines Blutbildes.

Die Testung können Sie direkt an das Coaching anschließen. Gut organisiert und stringent durchgeführt werden Sie pro Mitarbeiter in 60 Minuten das Coaching und einen Test/Screen durchführen.

Praxis-Tipp. Für die Testung funktioneller Bewegungsmuster hat sich der FMS-Screen (Functional Movement Screen) bewährt. Als Krafttest für die Rumpfmuskulatur der Kraft-Test nach McGill.

Werkzeug 3 – Präventionskurs nach §20 SGB V

Wenn es um betriebliche Gesundheitsförderung geht, kommt von den Unternehmens-Verantwortlichen recht schnell die Nachfrage wie man die 500,00 € Steuerfreibetrag pro Jahr und Mitarbeiter nutzen kann. Um diese 500,00 € zu nutzen, muss die Maßnahme den Vorgaben des §20 SGB V entsprechen. Das heißt, ein Gruppenangebot nach einem von vier Präventionsprinzipien (Bewegung, Ernährung, Sucht, Stress) mit definiertem Anfang und Ende und einer geschlossenen Teilnehmergruppe. Der Kurs muss durch einen zertifizierten Kursleiter durchgeführt werden und es darf nicht, bzw. nur in sehr geringem Umfang, an Geräten trainiert werden.

Wenn Sie als BGF-Kooperationspartner einen, von der zentralen Prüfstelle Prävention geprüften und freigegebenen, Präventionskurs anbieten und durchführen können, haben Sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllt. Der Unternehmer kann dann noch selbst entscheiden, ob er selbst die Kosten für den Kurs übernimmt, zu teilen übernimmt oder ob der Mitarbeiter als Krankenversicherter den Kurs bezahlt und sich dann von seiner Krankenkasse einen Teil (z.B. 50%) der Kursgebühren wieder erstatten lässt. Hier gibt es einen breiten Gestaltungsspielraum.

Praxis-Tipp: Ein Präventionskurs ist der ideale Einstieg in die betriebliche Gesundheitsförderung. Da die Krankenkassen bis zu 80% der Kurskosten übernehmen. Hier bietet sich auch ein Vertriebsprojekt mit weiteren Partnern an. Mehr zum §20 Turbo hier.

Werkzeug 4 – betriebliches Gesundheitstraining  (BGT)- Das Kooperationsmodell für Fitness-Einrichtungen

Um den 500,00 € Steuerfreibetrag zu nutzen, müssen die Unternehmen zahlreiche Formalien beachten. In der Praxis sind diese Vorgaben oft schwer umzusetzen. Die Alternative ist ein Konzept zum betrieblichen Gesundheitstraining zu entwickeln. Die Basis hierzu sind die Ergebnisse aus den Tests & Screenings aus Werkzeug 2. Darüber hinaus findet beim BGT eine Besichtigung/Interview am Arbeitsplatz statt. Anhand der Ergebnisse dieser Analyse erstellen Sie für jeden Mitarbeiter ein individuelles Trainings-Programm. Dieses Training ist betriebsbedingt und beugt physischen beruflichen Erkrankungen vor. Das BGT wird vom Arbeitgeber bezahlt und ist für ihn eine Betriebsausgabe. Das Training kann in der Freizeit, während der Arbeitszeit oder als Mix stattfinden. Trainingsort ist Ihre Fitness-Einrichtung. Sie berichten, datenschutzkonform, monatlich an den Arbeitgeber und führen quartalsweise Re-Checks durch.

Praxis-Tipp: Das betriebliche Gesundheitstraining ist kein privates Training. Hier geht es primär darum, berufsbedingten körperlichen Belastungen entgegenzuwirken. Es spricht aber nichts dagegen, dass der Arbeitnehmer gegen private Zuzahlung auch andere Leistungen Ihrer Einrichtung, z.B. Sauna oder Kurse in Anspruch nehmen kann.

Im dritten Teil meiner BGM-Serie informiere ich über gute Strategien, um erfolgreich Firmen für BGF-Kooperationen zu gewinnen.

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Achim Barth

Zukunftsforscher sehen im Gesundheitsmanagement in Deutschland einen kommenden Mega-Trend. Die Gründe dazu liegen auf der Hand. Der demografische Wandel hinterlässt in den nächsten Jahren seine Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die letzte Generation der geburtenstarken Jahrgänge, die Baby-Boomer-Generation, ist 1966 geboren. Das heißt, alle Baby-Boomer sind bis in 15 Jahren verrentet. Den Baby-Boomer-Jahren folgte ab 1967 der „Pillenknick“ und die Zahl der Geburten ging jährlich, bis heute zurück.

Die Unternehmen müssen sich dieser Situation frühzeitig stellen, um Fachpersonal zu gewinnen und vorhandenes Personal lange leistungsfähig im Betrieb zu halten.

Unter dem genannten Gesichtspunkt des demografischen Wandels ist es auch absehbar, dass sich das Renteneintrittsalter stark nach oben verschieben wird. Ich gehe davon aus, dass die Jahrgänge ab 1970 aufwärts bis zum 75. Lebensjahr arbeiten müssen.

Um bis in dieses hohe Alter leistungsfähig im Erwerbsleben bestehen zu können müssen die Arbeitgeber zukünftig die Rahmenbedingungen schaffen. Der gesetzlich definierte Arbeitsschutz wird sich zukünftig stark dem präventiven Gesundheitsschutz widmen.

Arbeitsschutz, das Führungsverhalten und die betriebliches Gesundheitsförderung wird als betriebliches Gesundheitsmanagement  eine Führungsaufgabe für alle Unternehmen.

Im präventiven Bereich werden die Unternehmen zukünftig auf Experten zurückgreifen, welche geeignete Maßnahmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung für die Belegschaft umsetzen sollen. Also auch auf private Gesundheitsdienstleister im Einzugsgebiet.

Wenn Sie als Fitness-Anbieter zu diesen Experten zählen wollen, müssen Sie neben dem theoretischen Wissen über den Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements auch praktische Lösungen, wie z.B. §20-Präventionskurse, betriebliches Gesundheitstraining oder Gesundheitscoaching anbieten.

Zudem müssen Sie die Probleme und Herausforderungen, denen sich die Unternehmen, hinsichtlich BGM, stellen zumindest nachvollziehen können. Dazu benötigen Sie theoretisches Grundlagenwissen.

Eine Möglichkeit, sich theoretisches Basiswissen anzueignen, bietet zum Beispiel die BSA-Akademie mit der Ausbildung zur Fachkraft für betriebliches Gesundheitsmanagement. In Praxis-Seminaren, wie meinem zweitägigen BGM-Seminar erhalten die Teilnehmer nicht nur einen aktuellen Überblick sondern auch Werkzeuge in die Hand, die direkt angewandt werden können. Ausgebildete „Fachkräfte“ können in diesem Seminar das erworbene Wissen wieder auffrischen und sich mit den anderen Teilnehmern austauschen.

Wichtig ist auch, die Begriffe im BGM richtig anzuwenden. Gerade in der Fitness-Branche wird sehr oft „BGM“ gesagt, aber eigentlich „BGF“ gemeint.

Stellen Sie sich ein Haus mit einem ausgeprägten Fundament und drei Zimmern, sowie einen großen Dach vor. Das ist das BGM-Haus. Es besteht aus dem Fundament – das stellt das  Führungsverhalten dar. Also die Bereitschaft, durch „Gesundes Führen“ die Basis zu schaffen, dass sich die Arbeitnehmer auch gesundheitsfördernd verhalten. Über dem Fundament liegen die drei Zimmer. Zimmer Nr. 1 ist der gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsschutz im zweiten Zimmer, das ebenfalls gesetzlich geregelte Eingliederungsmanagement (BEM) und im 3. Zimmer die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), quasi die Kür, oder um im Beispiel zu bleiben, das Spielzimmer. Denn die Gesundheitsförderung ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, wenngleich steuerlich gefördert.

Das Dach bildet das Managementsystem (BGM), darunter versteht man die Integration in die Prozesse und Abläufe des Unternehmens. Idealerweise integrieren die Unternehmen ihr BGM in ein bestehendes Qualitätsmanagementsystem, oder das Arbeitsschutzmanagement-System wird um den Bereich BGM erweitert.

Nach dieser Definition werden Sie als Betreiber eines Fitness-Centers im Regelfall die Unternehmen nicht beim Aufbau eines BGM-Systems unterstützen, sondern aufgrund Ihrer Kernkompetenz, als Experte und Partner bei der betrieblichen Gesundheitsförderung beauftragt werden.

Im nächsten Teil dieses Artikels stelle ich Ihnen vier Werkzeuge vor, mit denen Sie sich als Experte für Betriebliche Gesundheitsförderung positionieren können.

Achim Barth

 

Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist schon seit einigen Jahren ein großes Trendthema im Gesundheitsmarkt.

Entwicklungen und Trends im BGMDer demografische Wandel, der Fachkräftemangel und neue Belastungen, insbesondere psychische Belastungen am Arbeitsplatz, zeigen uns täglich, dass diesem Trend durch professionelle Antworten Rechnung getragen werden muss.

  • Hat sich BGM in Betrieben etabliert?
  • Wie wird BGM umgesetzt?
  • Lohnt sich die Investition in Gesundheitsmanagement?

Diese und andere Fragen werden n meinem Fachartikel im Magazin PRÄVENTION by body LIFE 2 I 2016 geklärt:

pdf Entwicklungen und Trends im BGM

Ist BGM sinnvoll für Sie?

Jetzt prüfen ob Sie als Personalverantwortliche/r noch etwas tun können, um Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter zu erhalten oder zu verbessern?

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist eine präventive Aufgabe des Arbeitgebers.

Das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) beinhaltet „Maßnahmen des Betriebes, Arbeitsunfähigkeit zu überwinden oder erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und Arbeitsplätze zu erhalten, wenn Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren, mit Zustimmung der betroffenen Person und unter Beteiligung der zuständigen Interessentenvertretungen ggf. des Betriebsarztes (DIN SEPC 9020, S. 7). Weiterlesen