Rehasport 2018 – Lohnt sich das überhaupt noch?

Rehasport-Angebote sind in den vergangenen 10 Jahren innerhalb der Fitnessbranche rasant angestiegen. In der Anfangsphase gründeten viele Fitness-Studios einen eigenen Verein was in den meisten Fällen in keinem Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag stand. Somit haben sich mit der Zeit die spezialisierten Vereine durchgesetzt, welche Fitness-Einrichtungen als Abteilungen oder Trainingsstätten an die eigene Struktur angliederten.

Bei diesem Konstrukt haben die Fitness-Einrichtungen den Vorteil, dass der bürokratische Aufwand für Vereinsführung und Administration wegfällt, auch das heikle Thema der Gemeinnützigkeit ist hier nicht mehr gegeben. Dafür hat man aber nicht mehr 100% der Einnahmen aus dem Rehasport, sondern muss rund 20% an den „Hauptverein“ abgeben.

Je nach Kooperationsmodell fallen auch noch Umsatzsteuer für die Rehasport-Einnahmen an, sowie Kosten für die Übungsleiterfortbildung und ein Anteil für die eigene Verwaltung und für die Kassenabrechnung.

Stichwort Abrechnung. Durch die Verbände und Kostenträger wurden immer wieder neue bürokratische Hürden gestellt, die den Rehasport-Vereinen das Leben schwer machen. Die Rehasport-Abrechnung produziert Unmengen von Papier, Frust und viel Geduld mit Abrechnungszentren ist notwendig. Durch die digitale Signatur, die seit Januar 2017 bundesweit (mit zwei Ausnahmen AOK Bayern und AOK Hessen) verwendet werden kann, ist zumindest das Papieraufkommen bei den Trainingsstätten vor Ort minimiert und der Verwaltungsprozess für alle Beteiligten etwas verschlankt.

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Ab Mai 2018 kommt eine neue Herausforderung auf die Rehasport-Anbieter zu. Die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Wer Rehasport anbietet verarbeitet gesundheitsbezogene Daten. Dann gelten besonders strenge Regeln der DSGVO. Es muss ein Datenschutzbeauftragter bestellt sein, Verträge mit Auftragsdatenverarbeitern abgeschlossen werden und ein öffentliches Verfahrensverzeichnis zugänglich sein. Kunden müssen umfassend informiert werden. Bei Verstößen werden empfindliche Strafen fällig.

Für kleine Vereine sind die Vorgaben fast nicht mehr zu stemmen. Zumindest nicht mehr, wenn man die Wirtschaftlichkeit im Auge hat. Selbst für spezialisierte Rehasport-Vereine mit 10-20 Trainingsstätten lohnt sich dieser Aufwand eigentlich nicht mehr.

Die großen Vereine müssen sich ein Datenschutz-Konzept überlegen und umsetzen, um die Anforderungen zu erfüllen im Hauptverein und in den Trainingsstätten. Die gesamte Organisation muss geschult und in die neuen Datenschutz-Richtlinien eingewiesen werden.

Eine Mammut-Aufgabe, zusätzlich zu erwähnten aufwendigen Abrechnung von Verordnungen.

Lohnt sich Rehasport also überhaupt noch?

Das kommt darauf an! Für Kleinvereine definitiv nicht mehr. Hier ist eine Angliederung an einen Großverein sinnvoll.

Bei unselbständigen Trainingsstätten mit weniger als 30 aktiven Rehasportlern können sich die Verantwortlichen sicher ebenfalls die Frage stellen, ob der Aufwand gerechtfertigt ist.

Wir machen aktuell die Erfahrung, dass, schon ohne die Datenschutz-Thematik, eine Selbstreinigung im Markt stattfindet. Die Fitness-Einrichtungen entscheiden sich entweder:

  • „Ja“ zum Rehasport, aber richtig. Dann werden Strukturen geschaffen, Prozesse optimiert, gut mit dem „Hauptverein“ kommuniziert, Ziele definiert und überwacht. Dann macht Rehasport allen Beteiligten Freude und steigt die Zahl aktiver Rehasportler mal über 75-100 Personen, lohnt es sich auch pekuniär.
  • Oder sie sagen bewusst „Nein“- zum Rehasport und geben aktive Gruppen mit wenigen Teilnehmern auf. Das ist dann auch die richtige Entscheidung, weil kein Beteiligter glücklich mit dieser Situation ist. Weder der Studiobesitzer, der Hauptverein noch der Übungsleiter oder der einzelne Rehasportler.

Für diese Einrichtungen gilt der alte Spruch. „Richtig machen – oder gar nicht.“

Was bieten wir als Rehasport-Anbieter (BARTH Rehasport und GSV Rückgrat e.V.)?

Im Jahr 2016 entwickelten wir unser digitales Rehasport-Konzept 3.0. Ab 2018 geht unser überarbeitetes Abrechnungs- und Controllingportal online, das den gesamten Abrechnungsprozess nochmals deutlich transparenter macht und die Prozesse vereinfacht.
Mit unserem Rehasport-Club haben wir ein Tool, welches Trainingsstätten ermöglicht, auf einfache Art und Weise Zusatzmitgliedschaften zu generieren und mit innovativen Marketing-Tools, z.B. unserem Darth-Vader Image-Video schaffen wir Aufmerksamkeit beim Endkunden.

Das Thema Datenschutz arbeiten wir in unseren Vereinen aktuell auf. So dass in den einzelnen Trainingsstätten vor Ort ab 2018 Rechtssicherheit besteht. Fitness- und Therapie-Einrichtungen können auch als Gesamtorganisation, über den Rehasport hinaus, von unserem Datenschutz-Konzept profitieren.

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