Wie gewinne ich Firmen als Kooperationspartner? [TEIL 3]

Im ersten Teil meiner BGM-Serie erfuhren Sie, warum die Unternehmer zukünftig in BGM-Maßnahmen investieren müssen und wie Sie als Fitness-Experte von diesem Trend profitieren können. Im zweiten Teil gab ich Ihnen Praxis-Tipps bei der Umsetzung von Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Heute möchte ich Ihnen Möglichkeiten vorstellen, wie Sie als Betreiber einer Fitness-Einrichtung schrittweise Unternehmen als Partner für BGF-Maßnahmen gewinnen können.

Schritt 1 – Vorbereitung

Sie haben sich mit den theoretischen Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements befasst und wissen, was Betriebe benötigen, um erfolgreiches BGM zu betreiben.

Sie haben Ihre Kernkompetenz in der Erbringung von Dienstleistungen in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Daraus folgt, dass Sie Ihre Dienstleistungen auch genau für dieses Themenfeld anbieten.

Kommen Sie nicht in Versuchung, den Unternehmen die Einführung eines ganzheitliches Managementsystem anzubieten. Die Unternehmen sehen Sie als Experte für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dafür haben die Firmen einen Bedarf und genau hier müssen Sie passende Konzepte und Lösungen anbieten.

Überlegen Sie sich also, welche Werkzeuge (vgl. Teil 2 – 4 Werkzeuge) Sie anbieten können und machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie diese Werkzeuge, individualisiert auf Ihre Möglichkeiten, konzeptionell ausarbeiten können.

Sobald Ihr individuelles BGF-Konzept zu Papier gebracht ist, folgt der nächste Schritt…

Schritt 2 – Analyse der potentiellen Auftraggeber

Herzlichen Glückwunsch, wenn Sie zu Schritt 2 kommen, haben Sie sich schon ausführlich mit den theoretischen Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements befasst und mit Hilfe dieses Wissens eine BGF-Konzept-Schale entwickelt.

Im zweiten Schritt folgt die Analyse potentieller Auftraggeber. Mit Massenanschreiben und „hemdsärmeligen“ Anrufen in der Firmenzentrale werden Sie nicht erfolgreich, höchstens einmal zufällig einen Firmenpartner gewinnen.

Recherchieren Sie Unternehmen, die für eine Kooperation in Frage kommen und beschäftigen Sie sich intensiv mit jedem einzelnen Betrieb. Auf der Firmenwebsite, in sozialen Medien und in der Lokalpresse finden Sie oft wichtige Informationen, die Ihnen beim Erstkontakt helfen.

Fassen Sie Ihre Recherche-Ergebnisse zusammen und kombinieren Sie diese mit Ihrer BGF-Konzept-Schale zu einem individualisierten BGF-Konzept für den von Ihnen recherchierten Betrieb.

Möchten Sie zum Beispiel ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern gewinnen, wäre ein Präventionskurs nicht unbedingt erste Wahl Ihres BGF-Konzeptes; bei einem Unternehmen mit Bildschirmarbeitsplätzen und 300 Mitarbeitern kann ein Präventionskurs allerdings der ideale Einstieg sein.

Im 3. Schritt gilt zu klären, wem man den Konzept-Entwurf vorstellt.

Werkzeug 3 – Meine Ansprechpartner

Der richtige Ansprechpartner für betriebliches Gesundheitsmanagement muss ebenfalls recherchiert werden. In kleinen Unternehmen z.B. der Geschäftsführer bzw. Inhaber. Sehr oft liegt der Bereich BGM auch bei der Personalabteilung. In großen Unternehmen gibt es meist eine eigenständige BGM-Abteilung. Wenn dies der Fall ist, können Sie auch davon ausgehen, dass das BGM professionell umgesetzt wird.

Ebenfalls als Ansprechpartner fungieren können der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Firmen mit eigener BGM-Abteilung wissen im Regelfall, was sie benötigen. Sie kaufen Ihre Dienstleistung ein und erwarten eine professionelle Umsetzung. Hier müssen Sie normalerweise auch nicht mit einem BGF-Konzept brillieren, sondern mit Manpower zum Beispiel ein Präventions-Programm durchführen oder einen Beitrag zu einem Gesundheitstag leisten.

Bei kleineren Unternehmen, ohne BGM-Strukturen hilft Ihnen BGM-Basiswissen bei der nachhaltigen Akquise von Firmen. Hier macht es Sinn, Ihr Konzept aus Schritt 1 und 2 in den Gesprächen zu platzieren.

Wenn Sie einen Auftrag erhalten achten Sie aber darauf, dass Sie mit Ihrem Auftraggeber genaue Ziele definieren, an denen Sie sich messen lassen können. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihr Engagement in Frage gestellt wird, bzw. negativ beurteilt, weil z.B. nach Durchführung eines Rückenprogramms die Ausfallzeiten wegen Rückenbeschwerden nicht gesunken sind,….

Zusammenfassung – Die Vorbereitung macht es

Um Firmen als Kunden zu gewinnen, müssen Sie in Vorleistung gehen. Mit dem richtigen Konzept, recherchierten Informationen über Firma und Ansprechpartner und professioneller Präsentation Ihres Konzeptes werden Sie bei den Unternehmen Eindruck hinterlassen. Haben Sie den Fuß in der Tür, liegt es wiederrum an Ihnen – Die Qualität Ihrer Dienstleistung muss stimmen. Darüber erfahren Sie mehr im 4. Teil dieser Serie.

Achim Barth